So planen Sie Ihre elektrische Fußbodenheizung richtig
Eine elektrische Fußbodenheizung lässt sich besonders einfach planen, wenn vor dem Kauf einige grundlegende Punkte geklärt werden. Entscheidend sind vor allem die beheizbare Fläche, der vorhandene oder geplante Bodenbelag, der Bodenaufbau und die gewünschte Nutzung der Heizung.
Mit dieser Anleitung können Sie Schritt für Schritt bestimmen, welches System für Ihr Projekt geeignet ist und welche Größe Sie benötigen.
1. Beheizbare Fläche richtig bestimmen
Für die Auswahl einer Heizmatte ist nicht automatisch die gesamte Raumfläche entscheidend.
Zuerst wird die Grundfläche des Raumes ermittelt. Anschließend werden Bereiche abgezogen, die dauerhaft nicht beheizt werden sollen oder für die Verlegung nicht zur Verfügung stehen.
Dazu können beispielsweise gehören:
- fest eingebaute Möbel
- Küchenzeilen
- Badewannen und Duschtassen
- feststehende Schränke
- andere dauerhaft verbaute Flächen
Entscheidend für die Auswahl der Heizmatte ist daher die tatsächlich verfügbare Heizfläche.
Beispiel
Ein Badezimmer hat eine Grundfläche von 8 m². Durch Badewanne, Dusche und Einbaumöbel stehen davon beispielsweise 5 m² für die Fußbodenheizung zur Verfügung.
In diesem Fall wird die Heizmatte anhand dieser verfügbaren Fläche ausgewählt und nicht anhand der gesamten Raumgröße.
2. Welcher Bodenbelag wird verwendet?
Der Bodenbelag ist einer der wichtigsten Punkte bei der Planung einer elektrischen Fußbodenheizung.
Je nach Aufbau kommen unterschiedliche Heizsysteme zum Einsatz.
Fußbodenheizung unter Fliesen
Unter Fliesen und Naturstein werden häufig Dünnbettheizmatten verwendet.
Sie werden direkt unter dem Bodenbelag in Fliesenkleber oder einer geeigneten Ausgleichsmasse eingebettet und eignen sich besonders gut für Badezimmer, Küchen und andere geflieste Räume.
Weitere Informationen finden Sie auch in unserem Ratgeber zur elektrischen Fußbodenheizung im Badezimmer.
Fußbodenheizung unter Laminat, Vinyl oder Parkett
Bei schwimmend verlegten Bodenbelägen kommen dafür geeignete Heizmatten zum Einsatz.
Unsere Systeme für diese Anwendung finden Sie unter Fußbodenheizung für Laminat, Vinyl und Parkett.
Gerade bei Renovierungen kann diese Bauweise interessant sein, weil die elektrische Fußbodenheizung ohne klassischen Heizungsumbau nachgerüstet werden kann.
Fußbodenheizung im Estrich
Wird ein neuer Estrich hergestellt, kann die Heizmatte direkt in den Bodenaufbau integriert werden.
Hierfür eignen sich spezielle Estrichheizmatten.
Diese Variante sollte bereits während der Planung des Bodenaufbaus berücksichtigt werden.
3. Soll die Fußbodenheizung hauptsächlich oder zusätzlich heizen?
Vor der Produktauswahl sollte auch geklärt werden, welche Aufgabe die elektrische Fußbodenheizung übernehmen soll.
Als Komfort- oder Zusatzheizung
Häufig wird eine elektrische Fußbodenheizung eingesetzt, um einen angenehm warmen Boden zu erhalten oder einzelne Räume gezielt zusätzlich zu beheizen.
Typische Anwendungen sind:
- Badezimmer
- Küche
- Schlafzimmer
- Homeoffice
- Gästezimmer
- einzelne Wohnbereiche
Als Raumheizung
Soll die elektrische Fußbodenheizung einen Raum weitgehend oder vollständig beheizen, muss der Wärmebedarf des Raumes berücksichtigt werden.
Dabei spielen unter anderem Dämmstandard, Außenflächen, Fenster, Raumgröße und gewünschte Raumtemperatur eine Rolle.
Bei Unsicherheit unterstützen wir Sie gerne bei der Auswahl des passenden Systems.
4. Heizmatte nicht einfach nach der gesamten Raumgröße auswählen
Ein häufiger Planungsfehler besteht darin, beispielsweise für einen Raum mit 10 m² automatisch eine Heizmatte mit 10 m² zu bestellen.
Entscheidend ist jedoch die freie und tatsächlich beheizbare Bodenfläche.
Eine Heizmatte kann bei der Verlegung angepasst und um Hindernisse geführt werden. Der Heizleiter selbst darf dabei jedoch nicht beliebig gekürzt oder verändert werden.
Deshalb sollte die verfügbare Fläche vor der Bestellung möglichst genau ermittelt werden.
5. Thermostat und Bodensensor einplanen
Zu einer gut geplanten elektrischen Fußbodenheizung gehört auch die passende Regelung.
Ein Thermostat für elektrische Fußbodenheizung ermöglicht die gezielte Steuerung der gewünschten Temperatur.
Je nach Ausführung stehen klassische digitale Thermostate oder Modelle mit zusätzlichen Funktionen wie programmierbaren Heizzeiten oder WiFi-Steuerung zur Verfügung.
Der Bodensensor sollte bereits bei der Verlegung berücksichtigt werden.
6. Elektrischen Anschluss berücksichtigen
Elektrische Fußbodenheizungen werden mit Netzspannung betrieben. Deshalb sollte bereits bei der Planung berücksichtigt werden, wo Thermostat, Anschlussleitungen und Stromversorgung vorgesehen werden.
Der endgültige elektrische Anschluss sollte von einer entsprechend qualifizierten Elektrofachkraft durchgeführt werden.
7. Das passende Heizsystem auswählen
Sind Bodenbelag, verfügbare Heizfläche und Einbauart geklärt, lässt sich das geeignete System meist schnell eingrenzen:
- Fliesen oder Naturstein: Heizmatte für Fliesen
- Laminat, Vinyl oder Parkett: Heizmatte für Laminat, Vinyl und Parkett
- Einbau in neuen Estrich: Estrichheizmatte
- Noch unsicher bei der Auswahl? Kaufberatung für elektrische Fußbodenheizung
8. Vor dem Kauf: kurze Planungs-Checkliste
Bevor Sie Ihre elektrische Fußbodenheizung bestellen, sollten folgende Punkte geklärt sein:
- Raumgröße bekannt
- tatsächlich beheizbare Fläche ermittelt
- Bodenbelag festgelegt
- Bodenaufbau bekannt
- Heizsystem ausgewählt
- Thermostat eingeplant
- Position des Bodensensors berücksichtigt
- elektrische Anschlussmöglichkeit geprüft
Elektrische Fußbodenheizung passend zum Projekt finden
Je besser die Fußbodenheizung vor dem Kauf geplant wird, desto einfacher sind Produktauswahl und spätere Verlegung.
In unserer Übersicht finden Sie die passenden Systeme für unterschiedliche Bodenbeläge und Einbausituationen:
Elektrische Fußbodenheizungen ansehen →
Wenn Sie noch nicht sicher sind, welche Ausführung für Ihr Projekt geeignet ist, finden Sie weitere Entscheidungshilfen in unserer Kaufberatung für elektrische Fußbodenheizung.
